Ratgeber

Wie hoch darf die Kreditrate für eine Immobilie sein?

Zuletzt fachlich geprüft am 26.10.2026 · Lesezeit etwa 2 Minuten

Kurz gesagt: Eine verbreitete Faustregel sagt, die Kreditrate sollte höchstens etwa ein Drittel bis 40 % des Haushaltsnettos betragen. Verlässlicher ist die Haushaltsrechnung: Tragbar ist die Rate, die nach Lebenshaltung, laufenden Kosten und bestehenden Verpflichtungen mit Puffer übrig bleibt.

Der Unterschied ist groß: Für einen Single mit 3.000 € netto und eine Familie mit drei Kindern und 4.000 € netto führt dieselbe Prozentregel zu sehr verschiedenen Ergebnissen.

Bank-Chancen-Checker: Ihre Zahlen im Modell

Weitere Angaben (optional)

Im gewählten Modell tragfähige Ausgangslage

Rate pro Monat1.550 €
Überschuss nach Rate1.350 €
Im Modell tragfähig bis ca.474.000 €
Benötigtes Netto für „tragfähig“3.500 €
Monatliche Rate (Zins + Tilgung)1.550 €
Lebenshaltung (ImmoAdv-Modell)−1.350 €
Laufende Objektkosten−250 €
Modellierter Überschuss nach Rate1.350 €
Restschuld nach 10 Jahren225.593 €

Gerechnet mit 4,2 % Sollzins und 2 % anfänglicher Tilgung. „Tragfähig“ heißt hier: Nach der Rate bleiben mindestens 10 % des Haushaltsnettos übrig (ImmoAdv-Modell).

Das Ergebnis ist eine modellhafte Orientierung und ersetzt keine individuelle Kreditwürdigkeitsprüfung durch ein Kreditinstitut. Berechnet am Montag, 26.10.2026.

Möchten Sie Ihre persönliche Finanzierungsrechnung strukturiert aufbereiten? Mit ImmoAdv können Sie Haushaltsrechnung, Finanzierungsdaten und Selbstauskunft zentral vorbereiten.

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Was die Faustregel leistet – und was nicht

Die Prozentregel ist ein schneller erster Check. Sie ignoriert aber, wie viele Menschen vom Einkommen leben und welche festen Kosten es schon gibt. Bei hohem Einkommen kann eine Rate von 45 % gut tragbar sein, bei niedrigem Einkommen ist schon ein Drittel knapp. Der Checker oben zeigt deshalb beides: den Anteil der Rate am Netto als Hinweis und den modellierten Überschuss als eigentliches Kriterium.

Die tragbare Rate aus der Haushaltsrechnung

Ziehen Sie vom Haushaltsnetto ab: Lebenshaltung, laufende Kosten der Immobilie, bestehende Raten und Versicherungen. Was übrig bleibt, steht maximal für die Rate zur Verfügung. Ein Teil davon sollte als Puffer bleiben – das ImmoAdv-Modell rechnet mit 10 % des Nettos.

Beispiel: Ein Paar ohne Kinder mit 4.500 € netto, ohne weitere Raten und mit 250 € laufenden Objektkosten kommt im Modell auf ein tragfähiges Darlehen von rund 474.000 € bei 4,2 % Zins und 2 % Tilgung. Mit einer bestehenden Rate von 300 € sinkt dieser Wert auf etwa 416.000 €.

Warum ein Puffer mehr ist als Vorsicht

Eine Rate, die heute exakt aufgeht, lässt keinen Raum für Veränderungen: eine Reparatur, eine Elternzeit, steigende Energiekosten oder ein höherer Anschlusszins nach der Zinsbindung. Der Puffer ist das, was eine Finanzierung über 20 oder 30 Jahre stabil hält. Zusätzlich zur monatlichen Reserve empfiehlt sich ein Notgroschen von mehreren Monatsausgaben, der nicht in den Kauf fließt – im Modell 3 Monatsausgaben.

Die Rate von morgen mitdenken

Prüfen Sie die Rate nicht nur zum heutigen Zins. Rechnen Sie im Checker zusätzlich mit einem Zins, der ein bis zwei Prozentpunkte höher liegt, als hätten Sie heute schon die Anschlussfinanzierung. Bleibt das Ergebnis dann noch gelb statt rot, ist die Finanzierung robust. Wird es rot, kann eine längere Zinsbindung oder eine höhere Tilgung sinnvoll sein.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent vom Netto darf die Rate sein?

Als grobe Orientierung gilt etwa ein Drittel bis 40 %. Entscheidend ist aber die Haushaltsrechnung mit Ihren tatsächlichen Ausgaben und einem Puffer.

Zählt das Kindergeld zum Netto?

In vielen Haushaltsrechnungen ja. Dafür werden für jedes Kind auch höhere Lebenshaltungskosten angesetzt.

Was passiert, wenn die Rate zu hoch ist?

Im Modell sinkt der Überschuss unter den Puffer oder wird negativ. Banken bieten dann oft ein geringeres Darlehen an oder verlangen mehr Eigenkapital.

Grenzen dieser Rechnung

Faustregeln und Modell ersetzen keine individuelle Prüfung. Steuern, schwankende Einkommen und einmalige Ausgaben sind nicht abgebildet.

Annahmen und Datenstand

Sollzins für Modellrechnungen: 4,2 % p. a.
Modellannahme · Orientierung: durchschnittlicher Bauzins bei 10 Jahren Zinsbindung im September 2026 rund 4,2 % (Baufi24, Zinskommentar Oktober 2026). Kein Live-Zins, kein Angebot. · Stand 26.10.2026
Anfängliche Tilgung für Modellrechnungen: 2 % p. a.
Modellannahme · ImmoAdv-Modellwert. Die Mindesttilgung legt jedes Institut selbst fest. · Stand 26.10.2026
Lebenshaltung erste erwachsene Person: 1.000 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Haushaltsmodell (identisch mit der Deal-Scorecard). Banken verwenden eigene, voneinander abweichende Ansätze. · Stand 26.10.2026
Lebenshaltung je weiterer erwachsener Person: 350 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Haushaltsmodell (identisch mit der Deal-Scorecard). · Stand 26.10.2026
Lebenshaltung je Kind: 350 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Haushaltsmodell (identisch mit der Deal-Scorecard, dort je weiterer Person). · Stand 26.10.2026
Laufende Objektkosten (Hausgeld/Nebenkosten, Rücklage) für Modelltabellen: 250 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Modellwert für Beispieltabellen; tatsächliche Kosten hängen vom Objekt ab und sind im Rechner änderbar. · Stand 26.10.2026
Mindest-Überschuss nach Rate für „tragfähig“: 10 % des Haushaltsnettos
Modellannahme · ImmoAdv-Modellwert (identisch mit der Deal-Scorecard). · Stand 26.10.2026
Rate im Verhältnis zum Nettoeinkommen (Prüfhinweis): 40 % des Haushaltsnettos
Orientierungswert · Verbreitete Faustregel (Rate höchstens etwa ein Drittel bis 40 % des Nettoeinkommens); keine Bankvorgabe. · Stand 26.10.2026
Finanzielle Reserve nach dem Kauf: 3 Monatsausgaben
Modellannahme · ImmoAdv-Modellwert (identisch mit der Deal-Scorecard). · Stand 26.10.2026