Kurz gesagt: Die Selbstauskunft ist Ihre geordnete Darstellung der eigenen Finanzen: persönliche Daten, Beschäftigung, Einkommen, Ausgaben, Vermögen und Verbindlichkeiten. Bankfähig ist sie, wenn sie vollständig ist und jede Zahl zu einem Beleg passt.
Banken nutzen die Selbstauskunft als Grundlage für die Haushaltsrechnung und die Kreditwürdigkeitsprüfung. Fehlende oder widersprüchliche Angaben sind einer der häufigsten Gründe, warum sich eine Finanzierung verzögert.
Was in die Selbstauskunft gehört
Person und Haushalt
Name, Geburtsdatum, Familienstand, Güterstand, Anzahl der Kinder, Wohnsituation und Staatsangehörigkeit für alle Darlehensnehmer.
Beschäftigung und Einkommen
Arbeitgeber, Beruf, Beschäftigt seit, Befristung, Probezeit; Nettoeinkommen, Sonderzahlungen, Kindergeld, sonstige Einnahmen wie Mieten.
Ausgaben
Lebenshaltung, Miete bis zum Einzug, Versicherungen, private Krankenversicherung, Unterhalt, Sparverträge.
Vermögen
Bankguthaben, Wertpapiere, Bausparverträge, Lebensversicherungen, weitere Immobilien.
Verbindlichkeiten
Alle laufenden Kredite mit Restschuld und Rate: Ratenkredite, Autokredite, Leasing, Dispositionskredite, Kreditkarten mit Teilzahlung, bestehende Immobiliendarlehen.
Stimmigkeit: Jede Zahl braucht einen Beleg
Banken gleichen die Selbstauskunft mit den Unterlagen ab: Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Depotauszüge, Kreditverträge. Weicht das angegebene Netto deutlich vom Durchschnitt der Abrechnungen ab oder taucht auf dem Kontoauszug eine Rate auf, die in der Selbstauskunft fehlt, entstehen Rückfragen. Im ungünstigen Fall leidet das Vertrauen in alle übrigen Angaben.
Geben Sie deshalb lieber konservativ und vollständig an. Falsche Angaben in einem Kreditantrag können zudem rechtliche Folgen haben.
Checkliste: Angabe und passender Beleg
Welche Unterlagen zur Immobilie dazukommen – Exposé, Grundbuchauszug, Teilungserklärung, Energieausweis –, zeigt die Unterlagen-Checkliste.
Typische Fehler, die Zeit kosten
- Vergessene Kleinkredite, Ratenkäufe oder Leasingverträge
- Bruttoeinkommen statt Nettoeinkommen angegeben
- Einmalige Bonuszahlungen als laufendes Einkommen gezählt
- Eigenkapital doppelt gezählt, etwa als Guthaben und als Reserve
- Unterschiedliche Zahlen in Selbstauskunft und Haushaltsrechnung
- Fehlende Unterschrift des zweiten Darlehensnehmers
So bereiten Sie sie vor
Beginnen Sie mit den Belegen, nicht mit dem Formular: Sammeln Sie Abrechnungen, Kontoauszüge und Verträge und leiten Sie daraus die Zahlen ab. Prüfen Sie dann die Haushaltsrechnung im Bank-Chancen-Checker. Im kostenlosen ImmoAdv-Konto lassen sich Finanzprofil, Haushaltsrechnung und Unterlagen zentral erfassen und als Kreditmappe für das Bankgespräch zusammenstellen. Wie eine fertige Mappe aussieht, zeigt die Muster-Kreditmappe.
Häufige Fragen
Ist die Selbstauskunft verpflichtend?
Banken verlangen sie in der Regel als Teil des Kreditantrags, weil sie die Kreditwürdigkeit prüfen müssen (§ 505b BGB). Die Form unterscheidet sich von Bank zu Bank.
Muss ich alle Kredite angeben?
Ja. Auch kleine Ratenkredite, Leasing und Kreditkarten mit Teilzahlung gehören hinein. Sie tauchen ohnehin in Kontoauszügen oder der Bonitätsauskunft auf.
Wie aktuell müssen die Angaben sein?
So aktuell wie möglich. Ändert sich etwas Wesentliches – etwa der Arbeitsplatz –, sollten Sie die Bank vor der Unterschrift informieren.
Grenzen dieser Rechnung
Jede Bank verwendet ein eigenes Formular. Die genannten Inhalte sind typisch, aber nicht abschließend.