Ratgeber

Bankfähige Selbstauskunft: Was hineingehört und worauf Banken achten

Zuletzt fachlich geprüft am 26.10.2026 · Lesezeit etwa 2 Minuten

Kurz gesagt: Die Selbstauskunft ist Ihre geordnete Darstellung der eigenen Finanzen: persönliche Daten, Beschäftigung, Einkommen, Ausgaben, Vermögen und Verbindlichkeiten. Bankfähig ist sie, wenn sie vollständig ist und jede Zahl zu einem Beleg passt.

Banken nutzen die Selbstauskunft als Grundlage für die Haushaltsrechnung und die Kreditwürdigkeitsprüfung. Fehlende oder widersprüchliche Angaben sind einer der häufigsten Gründe, warum sich eine Finanzierung verzögert.

Was in die Selbstauskunft gehört

Person und Haushalt

Name, Geburtsdatum, Familienstand, Güterstand, Anzahl der Kinder, Wohnsituation und Staatsangehörigkeit für alle Darlehensnehmer.

Beschäftigung und Einkommen

Arbeitgeber, Beruf, Beschäftigt seit, Befristung, Probezeit; Nettoeinkommen, Sonderzahlungen, Kindergeld, sonstige Einnahmen wie Mieten.

Ausgaben

Lebenshaltung, Miete bis zum Einzug, Versicherungen, private Krankenversicherung, Unterhalt, Sparverträge.

Vermögen

Bankguthaben, Wertpapiere, Bausparverträge, Lebensversicherungen, weitere Immobilien.

Verbindlichkeiten

Alle laufenden Kredite mit Restschuld und Rate: Ratenkredite, Autokredite, Leasing, Dispositionskredite, Kreditkarten mit Teilzahlung, bestehende Immobiliendarlehen.

Stimmigkeit: Jede Zahl braucht einen Beleg

Banken gleichen die Selbstauskunft mit den Unterlagen ab: Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Depotauszüge, Kreditverträge. Weicht das angegebene Netto deutlich vom Durchschnitt der Abrechnungen ab oder taucht auf dem Kontoauszug eine Rate auf, die in der Selbstauskunft fehlt, entstehen Rückfragen. Im ungünstigen Fall leidet das Vertrauen in alle übrigen Angaben.

Geben Sie deshalb lieber konservativ und vollständig an. Falsche Angaben in einem Kreditantrag können zudem rechtliche Folgen haben.

Checkliste: Angabe und passender Beleg

Angabe in der SelbstauskunftTypischer Beleg
NettoeinkommenLetzte drei Gehaltsabrechnungen, Dezember-Abrechnung
Einkommen SelbstständigerSteuerbescheide und Abschlüsse der letzten Jahre, aktuelle BWA
KindergeldKontoauszug oder Bescheid der Familienkasse
MieteinnahmenMietverträge, Kontoauszüge, Anlage V
Guthaben und WertpapiereAktuelle Konto- und Depotauszüge
BausparvertragLetzter Kontoauszug der Bausparkasse
Laufende Kredite und LeasingKreditverträge mit Restschuld und Rate
Private KrankenversicherungBeitragsnachweis

Welche Unterlagen zur Immobilie dazukommen – Exposé, Grundbuchauszug, Teilungserklärung, Energieausweis –, zeigt die Unterlagen-Checkliste.

Typische Fehler, die Zeit kosten

  • Vergessene Kleinkredite, Ratenkäufe oder Leasingverträge
  • Bruttoeinkommen statt Nettoeinkommen angegeben
  • Einmalige Bonuszahlungen als laufendes Einkommen gezählt
  • Eigenkapital doppelt gezählt, etwa als Guthaben und als Reserve
  • Unterschiedliche Zahlen in Selbstauskunft und Haushaltsrechnung
  • Fehlende Unterschrift des zweiten Darlehensnehmers

So bereiten Sie sie vor

Beginnen Sie mit den Belegen, nicht mit dem Formular: Sammeln Sie Abrechnungen, Kontoauszüge und Verträge und leiten Sie daraus die Zahlen ab. Prüfen Sie dann die Haushaltsrechnung im Bank-Chancen-Checker. Im kostenlosen ImmoAdv-Konto lassen sich Finanzprofil, Haushaltsrechnung und Unterlagen zentral erfassen und als Kreditmappe für das Bankgespräch zusammenstellen. Wie eine fertige Mappe aussieht, zeigt die Muster-Kreditmappe.

Häufige Fragen

Ist die Selbstauskunft verpflichtend?

Banken verlangen sie in der Regel als Teil des Kreditantrags, weil sie die Kreditwürdigkeit prüfen müssen (§ 505b BGB). Die Form unterscheidet sich von Bank zu Bank.

Muss ich alle Kredite angeben?

Ja. Auch kleine Ratenkredite, Leasing und Kreditkarten mit Teilzahlung gehören hinein. Sie tauchen ohnehin in Kontoauszügen oder der Bonitätsauskunft auf.

Wie aktuell müssen die Angaben sein?

So aktuell wie möglich. Ändert sich etwas Wesentliches – etwa der Arbeitsplatz –, sollten Sie die Bank vor der Unterschrift informieren.

Grenzen dieser Rechnung

Jede Bank verwendet ein eigenes Formular. Die genannten Inhalte sind typisch, aber nicht abschließend.

Annahmen und Datenstand

Sollzins für Modellrechnungen: 4,2 % p. a.
Modellannahme · Orientierung: durchschnittlicher Bauzins bei 10 Jahren Zinsbindung im September 2026 rund 4,2 % (Baufi24, Zinskommentar Oktober 2026). Kein Live-Zins, kein Angebot. · Stand 26.10.2026
Anfängliche Tilgung für Modellrechnungen: 2 % p. a.
Modellannahme · ImmoAdv-Modellwert. Die Mindesttilgung legt jedes Institut selbst fest. · Stand 26.10.2026
Lebenshaltung erste erwachsene Person: 1.000 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Haushaltsmodell (identisch mit der Deal-Scorecard). Banken verwenden eigene, voneinander abweichende Ansätze. · Stand 26.10.2026
Lebenshaltung je weiterer erwachsener Person: 350 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Haushaltsmodell (identisch mit der Deal-Scorecard). · Stand 26.10.2026
Lebenshaltung je Kind: 350 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Haushaltsmodell (identisch mit der Deal-Scorecard, dort je weiterer Person). · Stand 26.10.2026
Laufende Objektkosten (Hausgeld/Nebenkosten, Rücklage) für Modelltabellen: 250 € / Monat
Modellannahme · ImmoAdv-Modellwert für Beispieltabellen; tatsächliche Kosten hängen vom Objekt ab und sind im Rechner änderbar. · Stand 26.10.2026
Mindest-Überschuss nach Rate für „tragfähig“: 10 % des Haushaltsnettos
Modellannahme · ImmoAdv-Modellwert (identisch mit der Deal-Scorecard). · Stand 26.10.2026